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Ein Atemzug zurück zu dir


Serie: Was Grenzverletzungen in uns auslösen

Körperreaktionen, Selbstzweifel und späte Erkenntnis


Manchmal dauert es Jahre, bis wir verstehen, was eine Situation wirklich mit uns gemacht hat.


Auch bei mir war es so.

Erst Jahre später habe ich gemerkt, wie mein Körper noch reagiert hat. Lange habe ich nicht verstanden, warum.


Ich habe mir Fragen gestellt wie:

  • Warum habe ich nichts gesagt?

  • Warum habe ich mich nicht gewehrt?

  • Warum habe ich so lange gezweifelt?


Mit diesen Fragen kam oft ein Gefühl von Schuld.


Vielleicht kennst du diese Gedanken auch.

Vielleicht hast du dir gesagt, dass du übertreibst. Oder dass es gar nicht so schlimm gewesen sein kann.


Doch irgendwann begann sich meine Perspektive zu verändern.

Ich habe verstanden, dass mein Körper damals nicht versagt hat.

Er hat versucht, mich zu schützen.


Unser Nervensystem reagiert in überfordernden Momenten automatisch. Manchmal mit Kampf oder Flucht.


Und manchmal mit Erstarren.


Diese Reaktionen sind keine Schwäche. Sie sind Schutz.


Als ich das verstanden habe, konnte langsam ein neuer Gedanke entstehen:


Ich trage keine Schuld.


Dieser Gedanke hat etwas verändert.

Der innere Druck wurde leiser. Mein Atem wurde ruhiger.


Und ich konnte beginnen, etwas wiederzufinden, das ich lange nicht gespürt hatte:


die Verbindung zu mir selbst.


Vielleicht kennst du diesen Moment auch.

Den Moment, in dem eine Erinnerung auftaucht und du beginnst zu verstehen, was sie wirklich mit dir gemacht hat.


Wenn das gerade bei dir passiert, darfst du wissen:


Es ist okay, dass du es erst jetzt verstehst.


Vielleicht reicht für diesen Moment ein einziger Atemzug.


Ein Atemzug.


Zurück zu dir.



Nächster Artikel der Serie:

Warum wir uns nach Grenzverletzungen selbst die Schuld geben

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